Bitte lesen Sie hier weiter zu Seegangsversuchen und numerischen Simulation von Schiffen und Strukturen im Seegang.
Monat: Juni 2015
Reibungswiderstandsmessung
Der Reibungswiderstand eines Schiffes ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtwiderstandes. Dieser wird u.a. durch die Beschaffenheit der Außenhaut (z.B. Art der Beschichtung, Grad des Bewuchs) beeinflusst. Um den Leistungsbedarf zu minimieren und dadurch Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen, ist es daher sinnvoll den Reibungswiderstand durch spezielle Beschichtungen oder Oberflächenstrukturen so gering wie möglich zu halten. Entsprechende Untersuchungen können an dem Reibungsmessstand durchgeführt werden. Eine alleinige Rauhigkeitsanalyse der Oberfläche ist nicht ausreichend, um daraus deren exakten Reibungswiderstand abzuleiten. Experimentelle Untersuchungen lassen genauere Aussagen zu. Dafür werden in den Reibungsmessstand zwei Platten mit der zu untersuchenden Beschichtung so eingebaut, dass sie einen schmalen Rechteckkanal bilden, der von Wasser durchströmt wird. Über das gleichzeitige Messen der Wassergeschwindigkeit, des Druckverlustes vom Anfang bis zum Ende der Messstrecke sowie der Wassertemperatur kann auf die Wandschubspannung und schließlich auf den Reibungswiderstandsbeiwert der untersuchten Platten geschlossen werden. Die Ergebnisse sind auf das Schiff übertragbar. Um einen möglichst großen Geschwindigkeitsbereich abzudecken, können im Reibungsmessstand Geschwindigkeiten bis zu 20 m/s gefahren werden.
Diese Untersuchungen beschränken sich nicht nur auf die Schiffbaubranche, sondern sind auch in der Luftfahrt- und Automobilindustrie anwendbar. Die Ergebnisse aus dem Reibungsmessstand sind auch für die Anwendungen übertragbar und gewinnbringend umsetzbar, wo die Reibung eine Rolle spielt.
Themenbezogene Referenzen/Forschungsthemen
[1] Schulze, R.: Measurement of Skin Friction Drag and Design of Riblet Structures for a Ship Application, AIRBUS, Bremen, 30. Juni 2015
Potsdam Propeller Test Case PPTC
Die Freifahrtkennwerte des Propellers wurden bei den Wellenneigung 0° und 12° ermittelt. In ausgewählten Betriebspunkten wurden die Kavitationserscheinungen am Propeller erfasst. Darüber hinaus wurden umfangreiche Geschwindigkeitsmessungen im Bereich der Flügelspitze sowie Druckschwankungsmessungen durchgeführt. Im Rahmen des Internationalen Symposiums on Marine Propulsors wurde 2011 und 2015 jeweils ein Workshop on Cavitation and Propeller Performance organisiert. In diesen Workshops wurden die Ergebnisse von Berechnungen mit unterschiedlichen Tools im Vergleich mit den Versuchsergebnissen vorgestellt, analysiert und diskutiert.
Für beide Workshops sind die Geometrien, Messungen, Auswertungen, Berichte und Vorträge auf der Internetseite der SVA Potsdam hinterlegt (smp’11 bzw. smp’15).
Die Proceedings der smp’11 und smp’15 enthalten ebenfalls die Vorträge zum 1. und 2. Workshop on Cavitation and Propeller Performance (www.marinepropulsors.com). Der PPTC wird auch durch die ITTC als Benchmark für Propellerberechnungen verwendet.
Über PPTC kommen Sie zu verschiedenen Daten, die wir für den Potsdam Propeller Test Case und verwandte Projekte veröffentlicht haben.
Themenbezogene Referenzen/Forschungsprojekte
[1] smp’11: 2nd Symposium on Marine Propulsors & 1st Workshop on Cavitation and Propeller Performance, June 17 -18, 2011, Hamburg, Germany
[2] smp’15: 4th Symposium on Marine Propulsors & 2nd Workshop on Cavitation and Propeller Performance, May 31 – June 4, 2015, Austin, Texas, USA
High-Speed-Aufnahmen
Erfahren Sie hier mehr zu unserem High-Speed-Kamerasystem.
PIV – Particle Image Velocimetry
Das Verfahren ist sehr vielseitig einsetzbar. An der SVA Potsdam wurden damit bisher u.a. folgende Messaufgaben bearbeitet:
- Strömungsfelder im Nachlauf von Schiffsmodellen mit und ohne arbeitendem Propeller
- Ruderumströmungen mit Spaltströmung
- Zerfall von Wirbeln an einem Tragflügelmodell
- Wirbelumströmung von Schlingerkielen
- Propellerstrahl eines Thrusters an einer Halbtaucherplattform
- Propellerstrahl im Kavitationstunnel
- Umströmung und Nachlauf eines U-Bootmodells mit Turm
- Profilumströmung im Kavitationstunnel
Mit PIV wird bei jeder Aufnahme das ganze Geschwindigkeitsfeld gemessen. Aus den Einzelaufnahmen kann die transiente Entwicklung der Strömung visualisiert werden, aber auch ein mittleres Geschwindigkeitsfeld durch Mittelung aller Aufnahmen bestimmt werden. Die gewünschte räumliche Auflösung bestimmt dabei die Größe des Sichtfeldes und die erreichbare Anzahl der Vektoren im Messbereich. Der größte an der SVA Potsdam bisher realisierte Messbereich hatte eine Ausdehnung von ca. 400×600 mm, in diesem Falle mit ca. 6000 Vektoren. Die SVA Potsdam setzt bereits seit 2006 ein stereoskopisches PIV-System der Firma TSI ein. Es ist modular aufgebaut, sodass alle symmetrischen, asymmetrischen und vollständig getrennten Anordnungen von Kameras und Lichtschnitt realisierbar sind. Damit ist z. B. eine Messung über die ganze Tiefe der Schlepprinne möglich.
Lesen Sie hier mehr zu den technischen Spezifikationen des 3D-PIV-Systems.
Themenbezogene Referenzen/Forschungsprojekte
[1] Anschau, P.: Stereoskopische PIV-Messungen in Schlepprinne und Kavitationstunnel, Workshop Optische Strömungsmessverfahren, TU Dresden, 9. März 2011
[2] Anschau, P.: Stereoskopische PIV-Messungen an tiefgetauchten Schleppkörpern, TSI Seminar , Potsdam, 17. Oktober 2012
[3] Kleinwächter, A., Hellwig-Rieck, K., Ebert, E., Kostbade, R., Heinke, H.-J., Damschke, N. A.: PIV as a Novel Full-Scale Measurement Technique in cavitation Research, Fourth International symposium on Marine Propulsors, smp´15, Austin, Texas, USA, June 2015
Laser-Doppler-Anemometrie
Erfahren Sie hier mehr über unser LDV-System.















