Versuche mit Tauchkörpern gehören zu den Routineaufgaben der SVA Potsdam. Die Messungen werden an Originalen bzw. Kopien in Originalgröße und an maßstabsgetreuen Modellen durchgeführt. Das Spektrum der Versuchsobjekte erstreckt sich von Tauchfahrzeugen, wie ROVs, AUVs und U-Booten, über getauchte Propulsionssysteme, beispielsweise Pods und Waterjets, bis hin zu eher „exotischen“ Fällen, wie Meerestieren und Tauchern.
Gegenstand der Untersuchungen ist allgemein die Kraftmessung an den Objekten. Neben den statischen Widerstandsmessungen sind oft die Querkräfte aus Schräganströmung oder die Wirkung von Steuerorganen gefragt. Statische Kraftmessungen an selbst angetriebenen Objekten werden ebenfalls untersucht. Für die Systemidentifikation von Tauchkörpern werden auch Kraftmessungen an zwangsgeführten, selbst angetriebenen Modellen durchgeführt. Außerdem kann das Bewegungsverhalten frei fahrender Modelle beim Abfahren rechnergesteuerter Manöver analysiert werden sowie Nachstrommessungen an Tauchfahrzeugen durchgeführt werden.
Bei den hier verwendeten Messsystemen befindet sich die Messstelle außerhalb des Modells und oberhalb des Wasserspiegels. Die eingesetzten 3- oder 6-Komponentenwaagen unterscheiden sich jeweils
in der Größe des Messbereichs und der Empfindlichkeit.
Die flexibelste und damit optimale Vorrichtung für den Modellversuch mit tiefgetauchten Systemen ist die SUBPMM-Anlage (SUB Planar Motion Mechanism).
Bei U-Boot-Modellen interessiert neben dem Widerstands- und Propulsionsversuch besonders die Bestimmung des Bewegungsverhaltens. Mit der SUBPMM-Anlage kann der einfachen Schleppbewegung des Modells eine Bewegung in einer weiteren Ebene überlagert werden. Dadurch kann das komplette Manövrierverhalten der Modelle und die Koeffizienten für die Bewegungsgleichungen ermittelt werden. Die Besonderheit der Anlage besteht darin, dass die Messstelle innerhalb des Modells angebracht ist und damit die Einflüsse der Schleppvorrichtung eliminiert werden! Die Anlage ist für Modellgrößen von 1 - 6 m und Tauchtiefen von 0.5 - 2.5m einsetzbar. Für den Antrieb der Modelle stehen gekapselte Motor-Dynamometer-Module verschiedener Größe zur Auswahl. Die Steuerung der Flossen erfolgt über gekapselte Servomotoren.
Ergänzt werden diese Anlagen durch die Möglichkeit, Unterwasserfahrzeuge rechnergestützt frei fahrend zu untersuchen.
Dabei ist in den Fahrzeugen ein gekapselter Rechner installiert. Entsprechend dem vorgegebenen Programm werden die Antriebe und Flossen gesteuert und das Fahrzeug absolviert den vorgegeben Kurs.